Digitale Amateur-Funkverbindung

Erste in der Schweiz bewilligte digitale Amateur-Funkverbindung mit Fernschreibern vor 50 Jahren
In diesem Jahr (2010) wiederholt sich der 50ste Jahrestag der Gründung der „Abendschule für Funker“ die in Bern von Viktor Colombo, HB9MF, und unterstützt von Heinz Oswald, HB9ZO, gegründet wurde. Heute ist die damalige Funkerschule noch immer unter dem Namen „Colombo-Universität bekannt.

Zum Kurs-Beginn musste die Infrastruktur für die Lehrtätigkeit bereitgestellt werden. Es stand im Vordergrund den angehenden Schiffsfunkern und Sendeamateuren als Motivation die damals wichtigsten Übermittlungsarten auf KW und UKW vorzeigen zu können. Dazu gehörte auch neu die RTTY-Übermittlung. Mit einem Telex-Apparat (Fabrikat Siemens) und selbstgebauten Tongeneratoren und Filtern für Zeichen- und Trennsignal wurde Ende 1960 eine Testverbindung über kurze Distanz innerhalb von Bern zwischen HB9MF und der Clubstation des „Amateur Communications Club HB9Q“ aufgebaut, was von der Konzessionsbehörde als Ausnahme zugestanden wurde. Dies war somit die erste bewilligte RTTY-Verbindung.

Da keine Schulungsräume zur Verfügung standen und jeweils nur am Abend das Arbeitsbüro der Generaldirektion PTT mit dem Frequenzplanungstisch an der Schwanengasse in Bern benutzt werden durfte, wurde für das Praktikum „Funkverkehr und Technik“ ein alter VW-Bus revidiert.

Der VW-Bus wurde zusätzlich zur UKW-Anlage mit einem Telex-Apparat, einem KW-Sender und einem Hammarlund-Empfänger ausgerüstet. Damit konnte mit dem eingebauten Surplus-Jacobson-Generator der US-Army eine mobile RTTY-Funkstation betriebsbereit gemacht werden.

Die allgemeine Bewilligung für den Amateur-Fernschreibverkehr und die entsprechenden Vorschriften liessen auf sich warten. Für die Verantwortlichen der Generaldirektion PTT bestand das Problem, dass man damals den digitalen Funk-Verkehr nicht überwachen konnte. Endlich, am Freitag-Morgen des 20. Oktober 1961, also fast ein Jahr später, wurde vom Sektionschef Herr Glutz auf ein erneutes schriftliches Gesuch vom 9. Oktober hin die offizielle und allgemeine Bewilligung für Amateur-Fernschreibverbindungen mündlich erteilt.

Franz Tanner (erster an der Abendschule ausgebildeter Schiffsfunker, war zusammen mit dem Präsidenten der PRIG, Gerhard Badertscher, HB9ADF, in Ausbildung an der Funkerschule) bediente anderntags am Samstag-Mittag den 21. Oktober 1961 mit dem Einverständnis der Konzessionsbehörde die von HB9MF bereitgestellte Mobilstation im VW-Bus. Der ausgetauschte international bekannte Testsatz „the quick brown fox jumps over the lazy dog“, der alle Buchstaben enthält, wurde auf dem Klebstreifen der Fernschreiber empfangen.

Die schriftlichen Bewilligungen, eine für HB9MF und eine für die Club-Station HB9Q, folgten am 30. Dezember 1961, vorerst zeitlich limitiert auf 1 Jahr.



 

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